Statement von Attac France nach den Pariser Terror-Anschlägen

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Statement von Attac France – als Reaktion auf die Terroranschläge in Paris vom 13. November 2015:

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Dringend zu lesen !

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Nach dem Massaker von Paris: Furcht, Empörung, Aktion

In den Nachwirkungen der Massaker von Paris fühlen die Mitglider und Unterstützer von Attac – gemeinsam mit der französischen Gesellschaft – Entsetzen und Abscheu angesichts des wahllosen und mörderischen Hasses.

Attac drückt seine Solidarität aus mit den Opfern und ihren Angehörigen. Die Menschen, welche Freitag Nacht ermordet wurden, übten überwiegend ihr Recht aus auf fröhliche Gemeinschaft, auf Höflichkeit, auf Kunst, auf ein freies Leben – alles Dinge welche diese Killer ausrotten wollen im Namen einer fanatischen Vorstellung von Religion.

Trotz der Emotionen und der Traurigkeit weigern wir uns dem Terror nachzugeben; Gesellschaft der Angst, der Stigmatisierung und der Sündenböcke lehnen wir ab. Wir bekräftigen unsere Entschlossenheit, weiter öffentlich unterwegs zu sein, zu arbeiten, uns unterhalten zu lassen, Versammlungen abzuhalten und in Freiheit zu streiten.

Frankreich befindet sich im Krieg“, wird uns gesagt. Aber es ist nicht unser Krieg: Nach dem us-amerikanischen Desaster im Irak und in Afghanistan tragen unsere gegenwärtigen französischen Interventionen in Libyen, in Malil, im Tschad, in Niger, in der Zentralafrikanischen Republik, in Syrien und im Irak dazu bei, diese Regionen weiter zu destabilisieren. Dies befördert den Aufbruch vieler Migranten, welche dann der „Festung Europa“ gegenüber stehen und deren Körper an unsere Strände gespült werden. Ungleichheiten und [westliche – d.Ü.] Beutezüge zerreißen Gesellschaften und lassen sie gegeneinander stehen.

Al Quaida oder Daesh (IS) beziehen all ihre unmenschliche Härte aus diesen Ungerechtigkeiten. Dieser Krieg führt zu keinem Frieden, denn es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. Um diesen Krieg zu beenden, werden unsere [westlichen – d.Ü.] Gesellschaften ihre Abhängigkeiten von Macht, von Waffen, von Erdöl, von seltenen Erden und von Uran ablegen müssen.

Jenseits des sozialen und wirtschaftlichen Bodens, welcher Hoffnungslosikeit und unsinnige Aktionen nährt, bleibt die „Banalität des Bösen“: Humanität ist niemals geschützt vor der Rückkehr oder Einschleppung von Barbarei, wenn Manche sich dafür entscheiden, sich zu lösen von der Achtung des menschlichen Wesens als ein menschliches Wesen.

Soweit es in unseren Möglichkeiten liegt – mehr als je zuvor –, müssen wir kämpfen gegen „humanitären“ Imperialismus, gegen zerstörerisches Wachstum und für eine Gesellschaft die bescheiden, frei und gleich ist.

Wir weisen von vorne herein jegliche Einschränkung unseres Rechts zurück, gegen diese ausklingende [alte – d.Ü.] Weltordnung zu protestieren und zu kämpfen – zugunsten von Alternativen, welche die Völker des Südens und Nordens zusammen bringt.

Vom 29. November bis 12. Dezember 2015 während der COP 21 [Climate Change Policy & Practice – die UN-Klima-Konferenz – d.Ü.] und mit unserer bürgerschaftlichen Mobilisierung werden wir zeigen, dass eine andere Welt möglich, notwendig und dringlich ist.

Übersetzung:
Hans Georg Klee, Internationaler Versöhnungsbund / OCCUPEACE München, am 15. November 2015