Ostermarsch

Die Ostermärsche in den folgenden Jahren und bis zur Gegenwart waren fortan nur eine Demonstrationsform unter den vielfältigen Aktionen, die von der Friedensbewegung ausgingen. Einen neuen Höhepunkt erreichte die Friedensbewegung 1979–1983 im Kampf gegen die Neutronenbombe und den „NATO-Doppelbeschluss“ zur Stationierung von Kurz- und Mittelstrecken-Atomwaffen in der Bundesrepublik. 1983 nahmen etwa 700.000 Menschen an verschiedenen Aktionen zum Frieden teil. Auch die Ostermärsche dieser Zeit nahmen an diesem Aufschwung teil.

Seit dem Ende des Kalten Krieges zwischen Ost und West veränderte sich die Arbeit der Friedensbewegung grundlegend. Grenzüberschreitende Friedensarbeit wurde zu einem neuen Betätigungsfeld. In dieser Zeit bis zur Gegenwart wurden auf den Ostermärschen die jeweiligen Themenschwerpunkte und Forderungen der Friedensbewegung vorgetragen und die geplanten Aktivitäten bekannt gemacht. Die Nuklearkatastrophe von Fukushima sorgte 2011 für neuen Zulauf bei den Ostermärschen. Im selben Jahr gedachte man auch des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl. 2013 richteten sich die Demonstranten vor allem gegen deutsche Waffenexporte und den Einsatz von Drohnen.

2018, im 60. Jahr der Geschichte der Ostermärsche, liegen die Schwerpunkte, formuliert u. a. vom Abschluss-Redner des Berliner Marsches am 31. März, Eugen Drewermann, beim Austritt aus der NATO, Schließung der Ramstein Airbase wegen der von dort gesteuerten US-Kampfdrohnen, Abzug der Atomwaffen aus Büchel und Frieden mit Russland. Weitere Themen waren die Verhinderung der Erhöhung der Rüstungsausgaben, der Krieg in Syrien und Bundeswehrmandate in Krisen- und Kriegsregionen.