Grundsatzerklärung

Wir haben in dieser Zeit viele gute und/oder schmerzliche Erfahrungen und Wahrnehmungen gemacht, einen intensiven Erkenntnis- und Differenzierungsprozess durchlaufen, und ja – auch einige Übernahmeversuche, Anfeindungen und Diskreditierungen überstanden. Wir fühlen uns als Träger-Team durch all dies gestärkt und wir sind politisch klarsichtiger geworden. Wir wünschen uns, dass dies auch von außen gesehen wird.

[…]

Unser zentrales Anliegen ist der praktizierte Friede – das bedeutet eine friedliche Weltgesellschaft. Praktiziert aus einer Haltung der Friedfertigkeit zwischen Individuen, in Nachbarschaften, in Städten und Dörfern, zwischen Staaten, Regionen, Bündnissen, Weltanschauungen, Ethnien und Kulturen – bei Einhaltung der Asylrechte und einer fairen Immigrationsmöglichkeit.
Frieden unterscheiden wir dezidiert von „Befriedung“, welche lediglich eine – häufig durch Repression bewirkte – „Ruhigstellung“ und „Zementierung der Verhältnisse“ bedeutet.

Auf der Grundlage eines humanistischen Menschen- und Weltbildes ist unserer Auffassung nach Frieden untrennbar verbunden mit dem Einsatz für echte Demokratie, Menschenrechte (allgültig), Inklusion, Integration, Solidarität (ggf. positiv-kritisch), Versöhnung, Freiheit, Gewaltlosigkeit (i.S.v. Nonviolenz), Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit und Fairness.

Unter dem Begriff Frieden verstehen wir mehr als „nur“ Pazifismus oder Antimilitarismus. Wir begreifen, dass viele weitere Themen zentral mit der Frage nach Frieden verknüpft sind.
Daher sehen wir auch die Notwendigkeit eines friedlichen Umgangs mit Natur und Tier sowie der Religionen und Weltanschauungen untereinander, ebenso des Einsatzes für Menschen- und Bürgerrechte sowie für Ressourcengerechtigkeit.
Wir fragen nach den Ursachen für Unfrieden – und erkennen diese u.a. auch in den ökonomisch und monetär ungerechten bzw. fehlgeordneten Verhältnissen, sowie in Repression und Überwachung.
Wir suchen Möglichkeiten und Alternativen, die ein friedliches Miteinander aktiv befördern bzw. dieses ermöglichen, und entdecken dabei konstruktive Strategien, Lebenseinstellungen und Verhaltens-Techniken.

Ein besonderes Augenmerk richten wir auf gewaltfreie, dennoch nachdrückliche und eindringliche Sprache. Dies beinhaltet daher durchaus eine konstruktive Konfliktbereitschaft gegenüber jenen Kräften, welche unseren Überzeugungen entgegen stehen.
Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit sind nicht gleichzusetzen mit Harmlosigkeit oder Einflussverzicht!
Selbstverständlich müssen wir, wenn wir uns mit Frieden befassen, uns auch mit Gewalt, Waffen und Rüstung sowie Krieg beschäftigen, diese Dinge deutlich benennen, aktiv dagegen protestieren und angehen, sowie die Akteure identifizieren, kritisieren und zur Umkehr auffordern.

[aus der Grundsatzerklärung vom 23. September 2014]